DANTES INFERNO im Gamecheck

im VirtualSports Gamecheck
Fahrt mit uns zur Hölle!

 

 

Dante Alighieri, der Namensgeber des Spieles,  ist wohl einer der beudeutendsten, wenn nicht sogar "der" bedeutendste italienische Dichter und Denker des Mittelalters. In einem Zeitraum von 13 Jahren (1307 - 1320) schrieb er "Die göttliche Komödie", sein bekanntestes Werk, in dem er seine Reise durch die Hölle schildert.

Die Hölle aus Dantes Werk besteht dabei aus 9 konzentrischen Kreisen und führt über die Stufen Hölle und Fegefeuer zum Paradies. Die Beschreibungen der Hölle waren prägend für die kommenden Jahrhunderte und bis heute ist unsere visuelle Vorstellung der Hölle durch Dantes Werk geprägt. Von Botticelli, über Rodin bishin zu Dali nahmen sich immer wieder Künstler der Darstellung seines Lebenswerks an.

EA und Entwickler Visceral Games, der sich zuletzt durch Dead Space einen guten, nein, einen fantastischen Namen machte, nehmen sich nun der göttlichen Komödie an und verfrachten Dantes Inferno einfach auf Eure Konsole. Ein Weltkulturerbe als Videospiel; kann das gut gehen?
Bereits im Vorfeld beschäftigten sich die Medien gerne mit diesem Zusammenhang und selbst "Die ZEIT" widmete dem Spiel einen Artikel. Nun sind wir an der Reihe!
Mehr Videospieler als Kunsthistoriker checken wir das neueste Visceral Games Game (vorsicht Wortspiel)  und schauen ob das Prinzip Hack´n´Slay samt der Höllendarstellung dieselbe Klasse wie das Meisterwerk selbst zeigt.

 

 

In der klassischen Vorlage wählte Dante Alighieri bereits die Ich-Form des Erzählens und so spielt Ihr natürlich auch als "Dante" in der 3rd Person Perspektive Euren Einzug in die Hölle. In Menü und Intro bekommt Ihr direkt Einblick in die Spielatmosphäre. Düstere Menüführung und passender orchestraler Sound hinterlassen sofort eine drückend düstere Stimmung. Dante wähnt sich vom rechten Weg abgekommen und beim Feuerschein des Lagerfeuers näht er sich das heilige Kreuz eigenhändig unter schmerzverzerrtem Schreien auf den Körper.


Willkommen in der feinfühligen Spielewelt ab 18 Jahren, in denen sich die ein oder andere weibliche Mitspielerin vielleicht unwohl fühlen könnte. Von vornherein kann man eins klarstellen: Dantes Inferno ist sicherlich nichts für zwischendurch, an einem netten sonnigen Nachmittag. Das Spiel schreit geradezu sein höllisches Inneres heraus. Was hier an Artdesign des flammenden Infernos geboten wird, ist schon einzigartig. Groteske Ideen und Charaktere reihen sich hier aneinander, um Euch ein grandios verstörendes Bild zu liefern.


Besonders gut inszeniert sind dabei die konzentrischen Höllenkreise, die sich neben der Vorhölle allesamt einem Thema wie Gier, Völlerei oder Habsucht zuwenden. Hierbei zeigen die Level ihre persönliche Stärke, Design samt Monster sind immer treffend und wirken enorm abwechslungsreich (wenn man einmal die Art und Weise betrachtet wie man sie auf Dauer tötet). Kein Monster und keine Kreatur war den Machern offensichtlich heilig. So fallen Euch Monsterbabys und entstellte weibliche Kreaturen an, bei denen meine Freundin auf Garantie von der Couch aufgestanden wäre. Zwischen faszinierendem Ekel und wahnsinniger Freude auf das nächste "Ekelvieh", schlachte ich mich von Gegnerwelle zu Gegnerwelle. Besondere Freude bereitet es einem, wenn man eine gewaltige Kreatur der Hölle erklimmen und auf ihr reiten kann! Großes Kino!

 

 

Worum geht´s noch mal? Vor dem Abstieg in die Hölle wurde Dante zu den Waffen und zu einem Kreuzzug einberufen. Seine Verlobte Beatrice willigt am Tag seiner Abreise ein, sich ihm noch vor der Ehe hinzugeben und so trennt Ihr Euch mit dem Schwur der ewigen Treue. Dante wird jedoch nach den gewalttätigen Kreuzzügen hinterrücks ermordet, und als er vor dem Tod steht, gelingt es ihm, diesen zu besiegen und ihm seine Sense als Beute zu rauben. Daheim angelangt findet er Beatrice (natürlich) halb nackt und ermordert vor. Dabei muss Dante mitansehen, wie die Seele von Beatrice von Dämonen in die Tiefe gezogen wird und folgt ihnen sofort, um Sie aus dem innersten Kreis der Hölle und den Händen Luzifers zu befreien.

 

Steuerungstechnisch gibt sich Dantes Inferno keine Blöse. Perfekt von God of War übernommen, steuert sich Euer Held mit wenigen Klicks äußerst präzise und erfreulich übersichtlich. Im Gegensatz zu aktuellen Titel wie Bayonetta wirkt das Spiel nie wie im Chaos versunken, egal wie viele Feinde sich vor Euch auftürmen. Als Erstes bemerkt man ein faires Gameplay, das, trotz seiner Hektik und Schnelligkeit, nie einen Kontrollverlust vermittelt. Als Herr der Lage und der Sense schwingt Ihr Euch durch die Verdammten und Dämonen der Hölle.

Im Grunde genommen beschränkt sich das Spiel zunächst auf das Wesentliche: Dem abwechselnden Einsatz von schweren und leichten Angriffen. Wobei Euch Sprünge und Ausweichmanöver doppelt gefährlich werden lassen. Dazu gesellen sich die überstarken "Kreuz-Moves", bei dem Dante Kreuze aus heiligem Licht nach vorne verschießt. Im Laufe der Reise durch die Kreise der Hölle entwickelt Dante seine magischen Fähigkeiten weiter  und erlernt Zauber hinzu, die ihr über LB aktivieren könnt. Genauso sammelt Ihr auf dem langen Weg Erfahrungspunkte, die je nach Eurem Handeln weitere, unterschiedliche Fertigkeiten freischalten. Dabei unterscheidet das Spiel, ob ihr bestimmte Verdammte in der Hölle bestraft oder erlöst. Wirkliche Gewissensfragen hat mir das Ganze aber nicht gestellt,wen stört´s? Mich nicht.

 

 

 

Wo Licht ist, ist auch Schatten. Und bei dem ganzen Höllen-Inferno-Feuer muss man sagen, dass die Rätsel oder Sprungpassagen eher etwas unbeholfen wirken. Ob jemand diese Elemente im Spiel vermisst hätte, wage ich zu bezweifeln, dafür freut man sich zu sehr auf den nächsten Endgegner und von denen gibt es hier erfreulicherweise genügend. Tod, Teufel und Riesenweiber sind nur einige der stockwerkhohen Monster, die Euch nach dem Leben trachten. Am Ende eines Kampfes wartet noch die zusätzliche Möglichkeit eines  Finishing-Moves auf Euch.  Die  Gegner werden dabei während einer cineastischen Kamerafahrt zumeist in Stücke zerrissen, enthauptet oder sonstwie zerteilt. Macht Spaß, sieht gut aus, und ist wirklich FSK 18-like.


Technisch hinterlässt das Spiel einen äußerst sauberen Eindruck. Flüssig laufen die 60 Bilder pro Sekunde runter und nur hier und da kommt einem die Textur bekannt oder unscharf vor. Die gut verteilten Respawn-Punkte lassen keinen Frust aufkommen, sondern motivieren eher, noch gewagter und aufbrausender in die nächste Runde zu gehen. So kann man sich auf dem ersten Schwierigkeitslevel relativ locker durch die Gänge schlagen, während es für God of War Künstler sicherlich einer der schwereren Härtegrade sein darf. Das Spiel hält einen locker über 10 Stunden bei Laune und Dank der genialen Musik, bleibt die Endzeit Stimmung von Anfang bis Ende erhalten. Trotz der auftauchenden Zitate aus Dantes Werk und den Einzelheiten zu Verdammten und Erlösten, hätte ich mir etwas mehr Tiefgang und Story gewünscht. Star des Spieles ist und bleibt die Hölle selber, die Ihr auf Eurer atemberaubenden Inferno Reise durchlebt. Für mich der beste HnS-Teil seit langem und eine wirklich kurzweilige Unterbrechung aus dem Ego-Shooter-Alltag.

 

 

 


 

 

VirtualSports meint:

 

Dantes Inferno ist wohl eins der besten Beispiele für ein gelungenes Hack´n´Slay-Spiel. Das Spiel setzt mit der Höllenwelt einen Meilenstein im Artdesign und trumpft ganz besonders durch die tolle Kulisse auf!
Technisch läuft das Spiel einwandfrei und bietet eine hervorragend präzise Kampfsteuerung.
Die Stimmung des Spiels wird wirklich toll von der musikalischen Untermalung getragen und die ein oder andere Zwischensequenz sorgt für schaurige Abwechslung beim Abschlachten der Verdammten. Mit abwechselnden Leveln und guten Effekten kann man hier jedem Fan von Hack´n´Slay-Spielen zum Kauf raten.
Für alle anderen bietet sich noch die umfangreiche Demo auf dem XboxLIVE- Marktplatz, die einen schönen Einblick ins Spiel bietet, an. Uns hat´s gut gefallen!


Starker Höllentrip!

 

Pluspunkte:

+ Gute Atmosphäre
+ Geniale Hölle

+ Sehr gutes Artwork
+ Abwechslungsreiches Leveldesign
+ Sehr guter Soundtrack
+ Präzise Steuerung

+ Starke Endgegner

+ Starke Finishing-Moves

+ intuitive Schlagkombos

+ gute Spawnpunkte

+ Faires Spiel

+ moderate Schwierigkeitsgrade

+ Absolut viel Action !

 

Minuspunkte

- Quicktime Events

- Sprungpassagen

- Comic-Passagen (Geschmackssache)

- mehr Background bitte

 

 

GESCHRIEBEN VON: VISA Sirius AM 8.02.10 23:57 Uhr
8 Bewertungen: ø 3.5/5
 
Kommentare Seite: « 1 »
#4 am 09.02.2010 um 15:02 Uhr IP gespeichert
VISA Endloos
Leader

ich mach uns mal auch nen passenden Engel !

#3 am 09.02.2010 um 14:36 Uhr IP gespeichert
VISA Sirius
Leader

Danke

und wie passend der Teufel mit Popcorn =D

#2 am 09.02.2010 um 14:13 Uhr IP gespeichert
VISA Papst
Member

Hammer Bericht   kino.gif

#1 am 09.02.2010 um 00:11 Uhr IP gespeichert
VISA Sirius
Leader

Höllenbericht ist online =)

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