Splinter Cell Conviction GameCheck

 

 

im VirtualSports Gamecheck

 

Nach mehr als vier Jahren Entwicklungszeit ist Ubisoft Montreal mit seinen 150 Mitarbeitern jetzt endlich bereit. Das Studio hatte einen gefährlichen Auftrag: Das Tom Clancy´s Splinter Cell-Universum neu zu erfinden und so dem neuen Meisterwerk frischem Wind zu verleihen. Um diese Mission erfolgreich abzuschließen, wurden der Spielrhythmus und die künstlerische Ausrichtung vollständig überarbeitet. Geplant war einst eine Welt, in der sich der Spieler offen fortbewegen kann und in der Menge, ähnlich wie in Assassin´s Creed, untertauchen kann. Aus dem ist aber nichts geworden, und so haben wir heute einen eine komplett anderes Splinter Cell 5, als ursprünglich geplant. Ob das schlecht ist? Keineswegs!

 

"Der Sam Fisher, den sie kannten, ist tot!" - dieser Satz aus dem Intro von Conviction beschreibt Tom Clancy´s neuesten Titel wohl am treffendsten. Viel hat sich seit dem letzten Splinter Cell-Teil geändert, meist zum Negativen. Da wäre z.B. der Alterungsprozess Sam Fisher´s, aber auch familiär hat sich in der Familie Fisher einiges getan. Während man am Ende von Double Agent noch eine Mitteilung seines Vorgesetzten bzgl. Fishers Tochter bekam, welche schon auf den nächsten Splinter Cell-Titel hindeutete, erfährt man jetzt, wie es um Sam´s Tochter Sarah wirklich steht.

Sie ist tot. Zumindest wird Sam dies mitgeteilt. Hierbei wird ganz deutlich gezeigt, dass der Agent zum ersten Mal einen wirklichen Charakter hat und auch Gefühle ins Spiel eingebunden wurden. Aufgebracht und voller wut macht ihr euch in Conviction also auf den Weg, den Mörder eurer Tochter zu finden und euch zu rächen. Ganz nach dem Motto "Regeln sind da, um gebrochen zu werden", geht es im fünften Teil der Splinter Cell-Reihe nicht mehr nur darum, sich um Gegner herumzuschleichen - was natürlich auch hier nicht zu kurz kommt, sondern seine Gegner zu verprügeln, unzählige Bleikugeln zu verschießen und Feinde zu jagen.

 

Sam Fischer ist zurück - und dieses Mal wird es persönlich!

 


 

Genug soweit von der Story, wir werfen erstmal einen Blick auf das in Splinter Cell Conviction sehr gut umgesetzte Gameplay. Hierbei hat Ubisoft wirklich gute Arbeit geleistet. Das Gameplay ist einfach, aber dennoch innovativ. Vorbereiten, Ausführen, Verschwinden; das sind die drei Schritte, die ihr in so gut wie jeder Kampfsituation abgeht. Um euch optimal auf die Situation vorzubereiten, bietet euch das Spiel z.B. die Möglichkeit, Lichter im Raum auszuschalten/auszuschießen, sodass euch eure Gegner nicht mehr sehen können, aber auch kleine Hilfsmittel, wie z.B. die Haftkamera, mit der ihr eure Gegner mit einer lustigen Melodie anlocken könnt, um sie schließlich per Knopfdruck hochzusprengen, erleichtern euch das Ausschalten eurer Gegner. Ein weitere sehr gute Idee ist das Markieren. Über den RB-Button könnt ihr eure Gegner markieren (Anzahl der Markierungen von Waffe zu Waffe unterschiedlich) und schließlich beim Stürmen des Raumes alle markierten Gegner mit einem simplen Druck auf den Y-Button ausschalten.

 

 

Zum Verschwinden verhilft euch unter anderem das "Letzte bekannte Position"-Feature. Sollten euch eure Gegner entdeckt haben, suchen sie sofort eure letzte bekannte Position auf. Ihr könnt euch also solange in einer anderen Ecke verstecken und den Gegner, sobald er die Stelle aufsucht, ganz einfach und leise im Nahkampf erledigen. Dabei ist auch der Wechsel des Displays von Farbe zu Schwarz/Weiß sehr wichtig. Befindet ihr euch in einem dunklen Abschnitt, so färbt sich alles bis auf wenige Elemente in Schwarz/Weiß, wodurch ihr sicher sein könnt, das eure Gegner keinen blassen Schimmer davon haben, dass ihr gerade in der Ecke neben ihnen sitzt. Sehr starke Idee!

 

Verbindet man die drei Taktiken Vorbereiten, Ausführen und Verschwinden, so entstehen oft Szenen, die aus dem neuesten James Bond stammen könnten. Ganz großes Kino!

Sehr viel Spaß bereitet es auch noch, eure Gegner zu "verhören", um es mal gelinde auszudrücken. Braucht ihr Informationen, die euch euer Gegenüber aber nicht geben möchte, so randaliert ihr meist unter dem Leiden seines Kopfes durch die Gegend. Die Szenen haben eine solche Wucht und Aggressivität, wie sie der bisherige Stealth Elite Agent nicht kannte. Fast schon erschreckend realistisch will Sam wissen, wer seine Tochter getötet hat. Die, nennen wir es mal Befragung, verläuft dabei nicht linear. Es bleibt Euch überlassen mit welchen Mitteln ihr das Schweigen brecht. Der immer wieder gezeigte Final Move kann auch ausgelassen und durch Schläge und Ähnliches ersetzt werden. Erster großer Aha-Effekt: Die Dinge sind bei weitem lebendiger, als es der Eindruck aus den Trailern zulässt.

 

 

Dadurch, dass man durchaus auch mal von den Gegnern entdeckt wird oder man im Nachhinein noch Rohre, über die man über die Feinde hinwegkletten hätte können, oder andere coole Taktiken herausfindet, hat das Spiel einen extrem hohen Wiederspielwert, denn man möchte jede Mission am liebsten in 007-Manier absolvieren.

 

Entwickler Maxime Beland /Creativ Director und Alexandre Parizeau / Producer: "Unser großes Ziel ist es, mit Tom Clancys Splinter Cell Conviction das Genre des Action/Schleich-Spiels völlig neu zu definieren, um es schneller, flüssiger und dynamichser zu machen. Der Spieler soll hautnah erfahren, was es heißt Sam Fischer zu sein - der beste Jäger und ultimative Geheimagent der Welt."

 

"Das Genre völlig neu definiert!"

 

Während dem ganz normalen Story-Modus, aber auch während Nebenmissionen oder dem Mehrspielermodus, zu dem wir gleich noch kommen, gilt es auch noch bestimmte Herausforderungen zu überwinden, für deren Abschluss ihr Punkte bekommt, die ihr später für Waffen- oder Ausrüstungs-Upgrades, neue Uniformen für den Mehrspieler-Modus oder Modifikationen/Accessoires für selbige ausgeben könnt.

Das Ganze schimpft sich dann "PERSISTENT ELITE CREATION SYSTEM", kurz "P.E.C.".

 

 

In Bezug auf den Multiplayer kam zuerst die große Enttäuschung: Es soll keinen wirklichen Mehrspielermodus geben, lediglich ein wenig Ko-Op-Action. Eigentlich unverständlich, nachdem man mit Double Agent, welches noch über einen umfangreichen Multiplayer verfügte, recht große Erfolge feiern konnte. Finden kann man in Conviction nur noch eine 5- bis 6-stündige Ko-Op-Kampagne und drei verschiedene Modi, in denen ihr gegen die K.I. antreten müsst. Der Ko-Op dient dabei als Prequel zur Einzelspieler-Kampagne. Der Prolog führt euch nach Russland, wo ihr die Ursprünge der Bedrohung gegen Washington aufdeckt.

Vier russische EMP-Waffen wurden gestohlen und müssen zurückerobert werden, bevor man sie auf dem Schwarzmarkt verkauft. Third Echelon und sein russisches Pendant Voron müssen nun zusammenarbeiten, um die Sprengköpfe ausfindig zu machen. Hierzu werden der amerikanische Agent Archer und der Russe Kestrel in die dunkle und lebensgefährliche Unterwelt Russlands entsandt.

 

Den eigentlichen Mehrspielermodus bilden die drei Modi Jäger, Letztes Gefecht und Infiltration. Ein großer Pluspunkt ist, dass ihr diese drei Modi auch ohne einen zweiten Spieler spielen könnt. In Jäger geht es darum, eine große Karte Stück für Stück zu säubern. Ihr dürft dabei alle möglichen Waffen anwenden, allerdings werden weitere Gegner alarmiert, sobald ihr mit einer nicht schallgedämpften Waffe schießt oder Explosionen auslöst.

Im Modus Letztes Gefecht müsst ihr eine EMP-Waffe gegen aufeinanderfolgende Gegnerwellen verteidigen, während ihr im letzten Modus "Infiltration" die Karte ähnlich wie in "Jäger" alle Feinde auslöschen müsst, hierbei aber ohne jemanden zu alarmieren.

Für den Multiplayer gibt es außerdem noch den Modus "Duell", in dem ihr gegen einen weiteren Gegner und gleichzeitig gegen die K.I. antreten müsst. Das Ausschalten eurer Gegner bringt dabei Punkte, wer am Ende der Runde die meisten Punkte hat, gewinnt. Spielt ihr alle Nebenmissionen in allen Modi einmal durch, kommt ihr locker auf 15 Stunden extra Spielzeit.

Super Addition zum Singleplayer!

 

 

Der nächste große Punkt in Conviction: die Atmosphäre! Ihr hangelt euch gerade über eine Gruppe von Feinden hinweg, da meint einer der Gruppe: "Sam Fisher ist hier, ich rieche es". Gegner markiert, Tod von oben, den Rest via Y-Button ausgeschaltet und ein cooles "Ich hab´s also doch noch drauf" von Sam. Das alles verbunden mit passenden Beats, die ertönen sobald ihr von Gegnern entdeckt wurdet schafft eine außergewöhnliche Atmosphäre, die auch so manches Herz zum Pumpen bringen würde. Generell redet die K.I. sehr viel untereinander und schreit rum, wenn sie euch aus der Ecke hervorblicken sieht. In einigen Sequenzen der Story, in denen man in der Großstadt umherrennt, könnte man meinen, man steuere einen echten Menschen in einer echten Stadt. Alles ist lebendig, die NPCs trinken Kaffe, plaudern und was man sonst so macht im Alltag. Großartig!

 

 

 

 


VirtualSports meint:

Mit Splinter Cell Conviction ist es Ubisoft der Spagat zwischen neuem Design, Stealth und mehr Action gut gelungen.
Uns hat die Mischung aus Schleich- und Action- Game super gefallen. Gerade die unzähligen Möglichkeiten, wie sich eine einzelne Mission ausführen und gestalten läßt, ist einzigartig. Splinter Cell Conviction ist auf jeden Fall das Spiel mit dem höchsten Wiederspielwert überhaupt. Zu unsauber gekämpft? Zu oft entdeckt? Die Szene einfach neu gestartet und es beim zweiten Anlauf besser gemacht. Noch nie hat es so viel Spaß gemacht, ein Level auch ein zweites und drittes Mal zu erkunden.
Das actionlastigere Gameplay macht es gerade Splinter Cell Neulingen leicht, in die Serie zu finden und die Handlung lässt uns mit dem Helden verschmelzen.
Ein älterer Sam Fischer in Höchstform!
...nur ein echter Multiplayer fehlt uns doch sehr. Ansonsten:
Echtes Highlight!

GESCHRIEBEN VON: VISA crKyyy AM 23.04.10 20:43 Uhr
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